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Nun ist es also raus: Volkswagen und sehr wahrscheinlich andere Hersteller haben systematisch betrogen, um Abgasnormen mit ihren jetzigen Motorengenerationen einzuhalten. Die VW-Abgasaffäre beziehungsweise der gemeinhin als "Dieselgate" bezeichnete Vorfall ist derzeit DAS Thema in der Automobilwelt. Jedem ist mittlerweile klar, dass die jetzt bekannten Fälle bei VW wohl nur die Spitze des Eisbergs sind. Da drängt sich nicht nur die Frage auf, wie es soweit kommen konnte, sondern natürlich auch die Frage, wie die Konsequenzen daraus sein müssen.

Innovationen ausgebremst

Schaut man einmal genauer hin, so wurde nicht nur der Kunde betrogen, sondern sehr wahrscheinlich auch Innovation verhindert. Denn aus der Management-Perspektive war die Welt bis zur Entdeckung in Ordnung: Das Bild vom “sauberen Diesel” wurde in den letzten Jahren massiv vom Marketing unterstützt und die Abgasnormen selbst in Amerika wurden eingehalten.

Damit wurden Chancen verpasst, den Fokus mehr auf Innovationen zu richten. Innovationen im Bereich von Hybrid-Fahrzeugen oder kompletten Elektrofahrzeugen. Denn selbstverständlich ist es verlockend und lukrativ, eine Technologie weiter “auszuschlachten”, die man über viele Jahre entwickelt und eine marktführende Position erreicht hat. Und dies können die deutschen Hersteller und Zulieferer durchaus für sich in Anspruch nehmen. 

Flucht nach vorn

Doch damit ist es nun vorbei. Ab jetzt hilft nur noch die Flucht nach vorn. Und das kann nur bedeuten, mehr Geld für echte Innovationen und Qualität auszugeben, um in Zukunft Abgasnormen mit Hilfe von innovativen Lösungen zu erfüllen und nicht mit systematischem Betrug. Viele dieser Innovationen erfordern innovative und leistungsfähige Software - denn unsere Autos enthalten heute bereits bis zu 80 Mikrocomputer für die unterschiedlichsten Aufgaben wie zum Beispiel intelligentes Kurvenlicht, Fahrassistenten oder eben die Motorsteuerung. Diese Software liefert einen wichtigen Beitrag zur Gesamtinnovation und -wertschöpfung eines Autos - nach aktuellen Studien bereits 35%. Damit ist klar, dass auch die Erstellung und Weiterentwicklung dieser Software mit den geeigneten innovativen Methoden und Werkzeugen erfolgen muss. 

 

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