Kununu und Co: Für mehr Transparenz auf dem Arbeitsmarkt

Wenn du gerade auf der Suche nach einem IT-Job bist, kennst du das sicherlich: Die Stellenanzeige liest sich gut und du passt genau ins Profil – aber was erwartet dich eigentlich, wenn sich die Türen der neuen Firma öffnen und du zum Vorstellungsgespräch oder zu deinem ersten Arbeitstag kommst?

Bewertungsportale wie Kununu, meinchef.de oder Glassdoor haben sich auf die Fahnen geschrieben, Arbeitnehmern genau diese Situationen zu erleichtern und ermöglichen jedem Angestellten, seinen aktuellen (oder auch ehemaligen) Arbeitgeber zu bewerten. Kununu verspricht beispielsweise “volle Transparenz am Arbeitsmarkt”.

Klingt erstmal ganz gut, oder?

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Work-Life-Balance: 3,5 Sterne

Aber wie funktioniert so eine Bewertung bei Kununu eigentlich?

Dort kann jede/r (ehemalige) Angestellte seinen Arbeitgeber kostenfrei bewerten. Für Themen wie “Arbeitsatmosphäre und -bedingungen”, “Work-Life-Balance” oder “Karriere” können mindestens einer maximal fünf Sterne vergeben werden – der Durchschnittswert ergibt die Gesamtnote. Benefits und Zusatzleistungen werden ebenfalls abgefragt. Die Bewertung kann natürlich vom Autoren mehr oder weniger ausführlich erklärt werden.

Und wie authentisch ist so eine Bewertung?

Jede dieser Bewertung ist natürlich subjektiv: Neue Mitarbeiter, sehen die neue Firma sicherlich in einem positiveren Licht, als der ehemalige Kollege, der kürzlich entlassen werden musste. Trotzdem geben sie Bewerbern – insbesondere wenn es viele Bewertungen von Mitarbeitern in verschiedenen Phasen gibt – ein Eindruck des Unternehmens, an dem sie sich orientieren können.

Und auch für die Unternehmen selber, birgt Kununu einige Chancen, aber natürlich auch Risiken.

Bewertungsportale im Internet? Interessieren mich nicht!

Insbesondere der Marktführer Kununu ist als Bewertungsplattform mit 2,5 Mio. Besuchern pro Monat für Arbeitnehmer nicht zu vernachlässigen – immerhin werden sie öffentlich bewertet. Eine “Was Leute im Internet über uns sagen, interessiert mich nicht”-Haltung ist da mit Sicherheit nicht angebracht, zumal nicht jede Bewertung eine positive ist.

Kununu gibt Unternehmen seit einiger Zeit die Möglichkeit, auf Bewertungen zu reagieren und gegen negative Bewertungen Beschwerde einzulegen. In der Regel werden die Bewertungen von Kununu offline genommen – der Schreiber muss in diesem Fall seine Behauptungen belegen können.

Wir bei itemis reagieren indes anders auf kritische Bewertungen. Unter den Teppich kehren, wollen wir sie nicht. Wir wissen, dass bei uns nicht alles perfekt läuft. Bei knapp 200 Mitarbeitern, kann es das auch gar nicht.

Stattdessen lesen wir auch die schlechten Bewertungen aufmerksam, reagieren auf sie – und nehmen sie uns zu Herzen. So hat ein ehemaliger Kollege auf Kununu beispielsweise angemerkt, dass die interne Kommunikation besser laufen könnte. Wir wissen, dass das eine große Herausforderungen ist, immerhin haben wir allein in Deutschland neun Standorte. Aber statt den Kopf in den Sand zu stecken, haben wir uns dieser Herausforderung gestellt und mit der itemis inside ein Mitarbeiter-Magazin ins Leben gerufen, das monatlich erscheint und über alle Standorte hinweg alle Mitarbeiter informiert. Und weil uns auch der Kontakt zu ehemaligen Kollegen wichtig ist, versorgen wir diese bei Interesse mit unserem neuen Alumni-Magazin ebenfalls mit allen wichtigen Infos.

5 Sterne deluxe – alles erreicht?

Schlechte Bewertungen können also Ansporn sein – schön sind sie aber nicht. 5 Sterne in jeder Kategorie sind da doch viel schöner, oder?

Auch das sehen wir etwas anders. Natürlich freuen wir uns, wenn wir 5-Sterne-Traumbewertungen von den (ehemaligen) Kollegen bekommen. Allerdings hilft uns eine durchdachte und ehrliche 4,7- oder auch 3,8-Sterne-Bewertung, in der auch konstruktive Kritik geäußert wird, viel eher weiter – haben wir doch nur so die Chance, uns weiter zu verbessern. Gleichzeitig können sich zukünftige Kollegen nur über ehrliche Bewertungen einen realistischen Eindruck von uns machen.

Denn was hilft es beiden Seiten, wenn ein Bewerber mit falschen Vorstellung zu uns zum Bewerbungsgespräch kommt und nachher das Gefühl hat, dass wir uns die Kununu-Bewertung schön und zu perfekt geschummelt haben?

Als Arbeitgeber in der IT haben wir es im Moment nicht leicht, denn es gibt bei weitem mehr IT-Jobs als qualifizierte Bewerber. Als Softwareentwickler, der etwas auf dem Kasten hat, kannst du dir deinen Job (fast) aussuchen. Darum nutzen wir lieber die Chance, itemis bei Kununu und Co. als Arbeitsgeber vorzustellen – realistisch und authentisch –, um vielleicht auch dich von uns überzeugen zu können.

Du willst mehr darüber erfahren, wie es ist, bei itemis zu arbeiten?

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Über den Autor

Sandra Rennemann ist bei itemis verantwortlich für den Bereich Talentmanagement. Solltest du Lust haben bei uns zu arbeiten, setze dich gerne mit ihr in Verbindung.