Usability und Smart Home: Herausforderungen und Implikationen

Smart Home wird immer mehr zu einem Mainstream-Thema. Während sich früher vor allem technik-affine Personen mit dem Thema auseinandergesetzt haben, wird heute auch in „normalen“ Haushalten für den Einsatz entsprechender Hard- und Softwarelösungen geworben. Durch diese Verlagerung der Zielgruppe entstehen verschiedene Herausforderungen, denen begegnet werden muss, um eine gute Usability (apropos, was ist eigentlich gute Usability?) der Smart Home-Lösungen zu erreichen.

Herausforderungen in Sachen Smart Home

Die Hard- und Softwarelösungen für SmartHome-Geräte und -Anwendungen sind heutzutage vielfältig. Dies geht einerseits damit einher, dass die bereitgestellten Anwendungen von verschiedenen Herstellern auch unterschiedliche Interaktionskonzepte besitzen. Weiterhin ergibt sich ein Netzwerk, in dem manche Geräte stark, andere wiederum nur schwach zusammenhängend sind. Stark zusammenhängend werden die Geräte vor allem durch gemeinsame Nutzungsszenarien. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Nutzer möchte, dass automatisch das Licht angeht, wenn die Rollläden herunterfahren. Schwach zusammenhängende Geräte werden hingegen unabhängig voneinander genutzt, beispielsweise Heizungen und Waschmaschinen.

Herausforderungen-Smart-Home-Usability-Engineering

Die Vielfältigkeit von sowie auch Abhängigkeit zwischen den verschiedenen Geräten führen zu einer weiteren Herausforderung: Sowohl das physische Gerät, als auch die Anwendung zur Steuerung müssen von den jeweiligen Nutzern bedient werden können. Einheitliche Normen oder Standards an die Benutzerführung existieren diesbezüglich noch nicht, weshalb sich der Benutzer für jedes Gerät neu mit der Steuerung und den zur Verfügung stehenden Interaktionselementen vertraut machen muss.

Die weite Verbreitung auf dem Massenmarkt führt zudem dazu, dass die Geräte und Anwendungen für eine äußerst breite Nutzergruppe zugänglich sein müssen: Zu den „neuen“ Nutzern zählen nun auch Kleinkinder oder Senioren, entweder als direkte Nutzer oder als indirekte, wenn andere Haushaltsmitglieder entsprechende Geräte installiert haben. Diese unterschiedlichen Nutzergruppen müssen in Bezug auf ihre (technischen) Erfahrungen sowie ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten betrachtet werden.

Eine mit dem bereits beschriebenen Zusammenwirken verschiedener Geräte zusammenspielende Herausforderung bildet der Bereich um Nutzungsszenarien und Regeln. Dabei erstellt und steuert der Nutzer automatisierte Abläufe und vernetzt dadurch verschiedene intelligente Geräte. Bei der Erstellung solcher Systeme muss berücksichtigt werden, dass der Nutzer in einen Nutzungszwang geraten kann, der sein Verhalten beeinflusst. Steht beispielsweise jeden Morgen ein Kaffee bereit, so wird der Nutzer diesen wahrscheinlich auch trinken – weil er da ist, nicht aber, weil der Nutzer Lust auf Kaffee hat. Solche fest eingestellten Abläufe müssen sich zudem flexibel anpassen lassen, falls sich der Nutzungskontext ändert: Ist der Nutzer im Urlaub oder krank, wird er wahrscheinlich nicht wollen, dass alle eingestellten Abläufe weiterhin ausgeführt werden.

Das Projekt: Eclipse Smart Home

Den oben aufgeführten Herausforderungen zu begegnen, ist Ziel der Entwicklung einer auf dem Eclipse Smart Home Framework aufbauenden Benutzeroberfläche, die Nutzern einheitliche Wege für die Installation und Steuerung von Smart-Home-Geräten bietet. Das Projekt, die Benutzeroberfläche und die Erkenntnisse, die sich aus dem nutzerzentrierten Designprozess ergeben haben, sind im Paper beschrieben.

Whitepaper zu Usability & Smart Home

Über den Autor

Sandra Schering leitet den Bereich Usability Engineering bei der itemis AG. Zudem unterstützt und berät sie Kunden bei der Einführung, Planung und Durchführung von Usability-Maßnahmen in Softwareentwicklungsprozessen.