Was ist eigentlich dieses Agile?

Diese Welt ist eine der kompliziertesten. Die einzige Sicherheit im Leben ist, dass nichts sicher ist. Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mach Pläne. 

Kennst du diese Weisheiten?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Sie stimmen – oder wann hast du das letzte Mal einen Termin verpasst, weil der Zug ausgefallen ist? Marathon in 2 Monaten, Vorbereitung "läuft"? Leider mit gebrochenem Zeh nicht mehr zu machen, kommt es hämisch vom Türrahmen.

Und während der Marathon-Chef mit geschwollenem Zeh ins Büro humpelt, feilt er trotzdem weiter an dem einen, alles erschlagenden Master-Plan für das nächste Projekt.  

Den Master-Plan gibt es nicht

Das Problem ist nur: Den kann es nicht geben. Die Wahrheit pocht unten rechts im Schuh: Gestern noch Marathon, heute Pflasterverband. Dabei sind die Regeln einfach:

  • Pläne sind niemals perfekt.
  • Pläne werden sich ändern.
  • Zeit wartet auf niemanden (a.k.a. Die Physik kann man nicht überlisten).

Klassisches Projektmanagement tendiert dazu, diese unangenehmen Wahrheiten zu ignorieren. Fortan geht es um das Management unrealistischer Vorgaben mit Hilfe von Verträgen, Druck und Beten.

Cartoon von Dilbert zum Agile Thema (Agile Programmierung)DILBERT © (2007) Scott Adams. Used By permission of UNIVERSAL UCLICK. All rights reserved.

Und genau hier setzt Agile an. Agile akzeptiert diese Regeln und versucht den jedem Projekt innewohnenden Wandel angemessen zu begegnen. Dabei ist Agile aber kein Wundermittel. Ein gebrochener Zeh braucht 6 Wochen zum Ausheilen, da helfen weder bessere Ärzte, noch Salben, Pillen oder Globuli. Den Marathonlauf kannst du streichen. Du brauchst eine realistische Alternative. Regentänze gehören nicht dazu.

Was bedeutet eigentlich Agile?

Agile gibt dir Rüstzeug an die Hand, um mit solcherlei Situationen angemessen umgehen zu können. Gehen musst du den Weg aber allein. Es ist kein Regelwerk und kein Prozess, sondern vielmehr eine Denkweise, die sich aus einer Sammlung von Werten speist. Diese Werte wurden bereits 2001 im Agilen Manifest aufgeschrieben. Daraus leiten sich Prinzipien ab, die wiederum in eine große Vielzahl von agilen Praktiken münden.

Ich schreibe die Werte hier nochmal explizit auf:

  • Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans

Dieses Wertesystem fließt in Denken und Handeln des Unternehmens. Es wird zur Unternehmenskultur und die darf nicht an der Tür zum Entwicklerbüro halt machen.

Agile Kultur statt Regentänze

Wir bei itemis sind überzeugt davon, dass uns eine solche Kultur voran bringt und zwar mehr als es jede andere Kultur könnte. Wir tanzen zwar gern und sicher auch mal im Regen, aber Regentänze mit gebrochenem Zeh lehnen wir ab.

Wir möchten in einer agilen Welt leben und Agilität aktiv verbreiten. Deshalb betreiben wir nicht nur unser Agile-Blog, sondern bieten auch agile Workshops, sowie Beratung und Coachings an.

Teilst du unsere Werte und möchtest wissen, wie Agile einen Mann auf den Mond gebracht hat oder wozu Fibonacci-Zahlen gut sind? Wir verraten es dir gern. Tausch dich einfach mit uns aus und besuch einfach regelmäßig unser Blog – oder abonnier ihn direkt.

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Über den Autor

Jan Mosig arbeitet für die itemis AG am Standort Leipzig. Er beschäftigt sich mit Problemen im Projektalltag und setzt zu deren Lösung auf technische Softwarequalität, Agile und Mut zur Veränderung.