Nicht nur in Deutschland wird der Kauf der F-35 kontrovers diskutiert – auch in der Schweiz läuft aktuell eine intensive Debatte darüber.
Während man hierzulande über die Kosten, die Abhängigkeit von den USA und mögliche Alternativen aus Europa diskutiert, stehen unsere Nachbarn vor ganz ähnlichen Herausforderungen.
Ein prominenter Befürworter ist Peter Merz, Kommandant der Schweizer Luftwaffe, der sich deutlich für die F-35 ausgesprochen hat. Seine wichtigsten Argumente im Überblick:
✅ Technologische Überlegenheit: Die F-35 wird auf Jahrzehnte hinaus das einzige wirklich zukunftsfähige Flugzeug sein, insbesondere durch Stealth-Technologie, Sensorik und Vernetzung.
✅ Mangel an europäischen Alternativen: Europa arbeitet zwar seit Jahren an neuen Kampfflugzeugen, doch bislang ist keine einsatzreife Alternative verfügbar. Der technologische Rückstand zu den USA wird auf 20 bis 30 Jahre geschätzt, sodass unklar bleibt, ob eine europäische Lösung rechtzeitig kommen kann.
✅ Strategische Realität: Da die Schweiz selbst keine Kampfflugzeuge herstellt, muss sie sich zwangsläufig bei befreundeten Ländern bedienen. Gleichzeitig sind auch europäische Modelle wie der Eurofighter oder die schwedische Gripen teilweise von US-Technologie abhängig, was echte Unabhängigkeit ohnehin unrealistisch macht.
✅ Langfristig günstigere Kosten: Trotz hoher Anschaffungskosten argumentiert Merz, dass Betrieb und Wartung der F-35 langfristig günstiger ausfallen. Die Lebensdauer und Erweiterbarkeit seien ebenfalls besser als bei anderen Modellen.
✅ Integration in sicherheitspolitische Netzwerke: Mehr als 800 F-35 werden in naher Zukunft in Europa im Einsatz sein. Die Schweiz könnte somit Teil eines umfangreichen Netzwerks werden, das den Informationsaustausch, gemeinsame Operationen und eine effektivere Luftverteidigung ermöglicht.
✅ Der Zug ist abgefahren: Die Schweiz hat bereits über eine Milliarde Franken in das F-35-Programm investiert. Erste Bauprojekte beginnen schon im April, Piloten befinden sich bereits in der Umschulung. Ein Rückzug wäre daher sowohl finanziell als auch sicherheitspolitisch eine Katastrophe.
Diese Argumente betreffen nicht nur die Schweiz, sondern sind auch für Deutschland hochrelevant.
Damit bleibt die zentrale Frage weiterhin offen: Gibt es eine realistische Alternative zur F-35? Und falls ja, wann und zu welchen Kosten wäre sie verfügbar?
Dazu mehr im nächsten Beitrag – bleibt dran!
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