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Generative KI verändert die Arbeitsweise spezialisierter Anwaltskanzleien grundlegend. Große Aktenbestände lassen sich automatisiert strukturieren, Widersprüche identifizieren und komplexe Sachverhalte rekonstruieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an anwaltliche Sorgfaltspflicht, Datenschutz und regulatorische Nachweisbarkeit. Spätestens wenn KI beginnt, juristische Bewertungen oder Entscheidungsgrundlagen vorzubereiten, wird Transparenz zur zentralen Voraussetzung. itemis ANALYZE fungiert hier als Governance-Layer, der KI-gestützte juristische Prozesse erklärbar, überprüfbar und revisionssicher macht – ohne die Datenhoheit der Kanzlei zu gefährden.

Von Dokumentenverwaltung zur digitalen Forensik

In Kanzleien mit komplexen Mandaten – etwa im Wirtschaftsstrafrecht, bei umfangreichen Zivilverfahren oder in der Insolvenz- und Sanierungsberatung – ist der Einsatz digitaler Werkzeuge längst etabliert. Bisher lag der Fokus jedoch meist auf klassischem Dokumentenmanagement und Volltextsuche.

Mit dem Einsatz generativer KI verschiebt sich der Schwerpunkt:

  • automatische Strukturierung tausender Aktenseiten

  • Erstellung belastbarer Chronologien

  • Analyse von Widersprüchen in Schriftsätzen, Aussagen oder Belegen

Damit wird KI vom reinen Effizienzwerkzeug zu einem aktiven Bestandteil der juristischen Analyse – und genau hier entstehen neue Governance-Anforderungen.

 

Die Herausforderung: KI-Governance im anwaltlichen Kontext

Sobald KI Inhalte interpretiert oder juristische Argumentationslinien vorbereitet, greifen zentrale Pflichten aus BRAO und DSGVO. Ohne lückenlose Rückverfolgbarkeit entstehen erhebliche Risiken:

  • Black-Box-Effekte: KI-Ergebnisse ohne nachvollziehbare Quellenbasis

  • Haftungsrisiken: fehlende Nachweise der persönlichen Endkontrolle

  • Datenschutzprobleme: Verarbeitung sensibler Mandanten- und Schuldnerdaten

  • Regulatorische Anforderungen: steigende Transparenzpflichten durch EU AI Act

Reine KI-Tools oder Kanzleisoftware können diese Anforderungen nicht erfüllen, da sie Ergebnisse liefern, aber keine belastbare Entscheidungsgrundlage dokumentieren.

 

Die Lösung: itemis ANALYZE als Traceability-Engine

itemis ANALYZE schafft eine Governance-Ebene zwischen Kanzlei-Datenquellen und KI-Modellen. Die patentierte Technologie verknüpft Inhalte aus heterogenen Systemen, ohne Daten zu duplizieren oder aus den Primärsystemen zu lösen.

Der Mehrwert liegt in der vollständigen Nachvollziehbarkeit:

  • Jeder KI-Output ist direkt mit der exakten Quelle (Dokument, Seite, Absatz) verknüpft

  • KI-Ergebnisse werden prüfbar statt akzeptiert

  • Die persönliche Leistungserbringung bleibt jederzeit gewährleistet

So entsteht ein revisionssicherer „Single Point of Truth“ für die gesamte juristische Argumentations- und Prüfungskette.

 

Konkrete Einsatzszenarien in Kanzleien

Strukturierung von Massendaten

In Großverfahren mit zehntausenden Seiten bereitet KI Akten thematisch auf. itemis ANALYZE stellt sicher, dass jede Zusammenfassung mit der zugrunde liegenden Faktenbasis verknüpft bleibt.

Automatisierte Chronologien

Zeitstempel aus E-Mails, Verträgen und Buchungsdaten werden zu belastbaren Abläufen zusammengeführt. Jeder Eintrag bleibt klickbar mit dem Originalbeleg verbunden.

Widerspruchsanalyse und Qualitätssicherung

KI identifiziert Inkonsistenzen über große Dokumentenmengen hinweg. itemis ANALYZE verhindert, dass Halluzinationen oder Bias unbemerkt in juristische Bewertungen einfließen.

 

Architektur & Business Value

itemis ANALYZE basiert auf drei zentralen Prinzipien:

  1. Nicht-invasiver Wissensgraph
    itemis ANALYZE nutzt einen innovativen Ansatz, um Beziehungen zwischen Akteninhalten, KI-Analysen und rechtlichen Anforderungen abzubilden. Da der Wissensgraph nicht-invasiv arbeitet, werden keine sensiblen Mandanten- oder Schuldnerdaten dupliziert oder verschoben. Er speichert lediglich hochperformante „Links“ (Trace-Links) zwischen den Objekten, wodurch die volle atenhoheit in den sicheren Systemen der Kanzlei verbleibt.

  2. Offene Adapter-Infrastruktur
    Das System ist für heterogene Tool-Landschaften ausgelegt. Über eine flexible Adapter-Schicht kann itemis ANALYZE nahtlos an Kanzleimanagement-Systeme, sichere Cloud-Speicher oder spezialisierte Datenbanken angebunden werden. Dies ermöglicht eine durchgehende Rückverfolgbarkeit (Traceability) über Systemgrenzen hinweg.

  3. Revisionssichere Snapshots
    Ein zentrales Merkmal von itemis ANALYZE ist die Fähigkeit, in regelmäßigen Intervallen vollständige, globale Snapshots des gesamten Daten-Ökosystems zu erstellen. Dies ist essentiell für die rechtliche Absicherung. Durch diese Snapshots werden spezifische Verknüpfungszustände revisionssicher eingefroren. Bei Regressfragen oder Prüfungen durch die Kammer lässt sich so jederzeit nachweisen, auf welcher Datenbasis eine anwaltliche Entscheidung getroffen wurde.

Das Ergebnis ist eine signifikante Haftungsminimierung, höhere Effizienz und unmittelbare Audit-Readiness.

 

Fazit

KI im Rechtswesen ist ein leistungsstarkes Werkzeug – aber kein Ersatz für anwaltliche Verantwortung. itemis ANALYZE transformiert KI von einer intransparenten Black Box zu einem kontrollierbaren, erklärbaren und revisionssicheren Bestandteil der Kanzleiarbeit. Kanzleien erhalten damit die Freiheit, moderne KI-Technologien einzusetzen, ohne berufsethische, regulatorische oder datenschutzrechtliche Standards zu kompromittieren.

 

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