Das itemis Usability Dinner: Nutzerfeedback durch Speed-Testing

In der benutzerzentrierten Entwicklung sind Usability Tests zentral. Doch wer glaubt, dass diese immer mit viel Zeit- und Kostenaufwand verbunden sind, dem zeigen wir: Das muss nicht sein. Mit unserer Event-Reihe "itemis Usability Dinner" machen wir es möglich, schnelles Nutzerfeedback zur eigenen Anwendung durch Usability-Speed-Testing zu gewinnen.

Warum ein Usability Dinner?

Um eine gute Usability sicherzustellen, ist eine benutzerzentrierte Entwicklung zentral. Dazu zählt auch der Einbezug realer Endbenutzer in Usability Tests, um den aktuellen Status einer Anwendung in Hinblick auf die Usability zu evaluieren.

Wer jedoch noch keine Erfahrung mit dem Themenfeld gemacht hat, ist oftmals skeptisch: Bei dem Gedanken an Usability Tests denken wir an die aufwändige Vorbereitung und Durchführung von Tests und Datenberge, die darauf warten, ausgewertet zu werden. Kollegen, die schon Erfahrung mit der Durchführung von Usability Tests haben, wissen zusätzlich, dass die Suche nach Testpersonen nicht immer einfach ist – nicht nur gedanklich ist dies alles ein enormer Zeit- und Kostenaufwand. 

Wir wollen zeigen: Das muss nicht immer so sein! Usability Tests können auch schnell durchgeführt werden und dennoch wertvolle Erkenntnisse liefern. Das itemis Usability Team hat daher mit dem „itemis Usability Dinner“ eine neue Event-Reihe gestartet. Das Pilot-Event fand am 22. September 2016 in Dortmund statt. Mit dem Usability Dinner wollen wir eine Plattform bieten, um Entwickler und Nutzer an einen Tisch zu bekommen – und das mit vergleichsweise wenig Zeit- und Kostenaufwand. Vor allem wollen wir den Sinn und Zweck einer benutzerzentrierten Entwicklung praktisch erlebbar machen: In einer lockeren Atmosphäre lernen die Teilnehmer den Ablauf eines Usability Tests kennen und können sich schnell eine eigene Meinung zum Thema benutzerzentrierte Entwicklung bilden.

Das Usability Dinner auf einen Blick

Echtes Nutzerfeedback ohne viel Vorbereitungs- und Auswertungsaufwand in angenehmer Atmosphäre – das soll möglich sein? Na klar! Und unser Usability Dinner bringt sogar noch viel mehr mit.

Es muss keine fertige Anwendung sein

Während des Usability Dinners sollen reale Anwendungen getestet werden, daher besteht im Vorfeld die Möglichkeit, sich mit einer eigenen Anwendung anzumelden. Wichtig ist: Es muss nicht zwingend eine fertige, lauffähige Anwendung sein – es kann sich auch um einen Papier-Prototypen, ein Konzept, einen Klick-Dummy, etc. handeln.

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Einen halben Tag Vorbereitung – mehr nicht

Im Vorfeld müssen nur die Testaufgaben vorbereitet werden. Die einzige Voraussetzung: Die Aufgaben müssen in 15 Minuten durchgeführt werden können. Für eine bessere Orientierung stellen wir ein Beispiel-Testskript zur Verfügung und unterstützen auch gerne bei der Erstellung der Testaufgaben. Und das Beste: Das Feedback der Teilnehmer des Pilot-Events hat gezeigt, dass niemand mehr als einen halben Tag Vorbereitung gebraucht hat.

Speed-Testing und Think Aloud

Das Usability Dinner selber startet mit einem kurzen Einführungsvortrag zum Ablauf und einem ausgewählten Thema – letztes Mal ging es um das Thema Usability Tests. Nach dem Vortrag dürfen die Teilnehmer mit ihrer mitgebrachten Anwendung ihre Station beziehen. 

In 15-minütigen Usability Tests rotieren die anderen Teilnehmer im Speed-Testing über die Anwendungen. Zur besseren Strukturierung erstellen wir hierfür einen Testplan für jeden Teilnehmer. In den 15 Minuten werden an den Stationen die vorbereiteten Testaufgaben durchlaufen, wobei die Anwendung mittels der „Think Aloud“-Methode kommentiert wird. Das heißt: Alles, was auffällt, wird laut ausgesprochen.

Nach insgesamt fünf Testdurchgängen mit Pause ist das Speed-Testing beendet.

Direkte Bewertung eurer Usability

An jeder Station nimmt ein Protokollant das Feedback auf und ein Moderator führt durch die Aufgaben. Das heißt, es ist wichtig, dass ihr mit mindestens zwei Personen zum Usability Dinner kommt, wenn ihr eine Anwendung mitbringt. Durch eure Protokoll während der Tests habt ihr die Möglichkeit, detailliertes Feedback zu gewinnen, das ihr in eure Entwicklung einfließen lassen könnt.

Am Ende jedes Tests wird außerdem ein Fragebogen ausgeteilt, der die Usability der Anwendung bewertet. Dieser wird von uns vorbereitet und im Anschluss ausgewertet. Jeder, der mit einer Anwendung teilgenommen hat, erhält nach der Auswertung der Daten die Fragebogen-Ergebnisse von uns und kann anhand eines Wertes sehen, wie seine Anwendung auf einer Skala von 0-100 abgeschnitten hat, wobei wir ab einem Wert von ca. 73 von einer guten Usability sprechen.

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Wie kommt das Usability Dinner bei den Teilnehmern an?

Am Ende unseres Pilot-Events sind wir noch einmal alle für eine Feedback-Runde zusammen gekommen. Das Feedback fiel mehr als positiv aus. Alle Teilnehmer waren vom Konzept sehr angetan und fanden es toll, das Testing praktisch und aktiv erleben zu können.

Die Personen, die eine Anwendung mitgebracht haben, hatten zum Teil noch keine Erfahrung mit Usability Tests. Insbesondere hier hat es uns gefreut, dass sie wichtiges Feedback mit nach Hause nehmen konnten und gerne beim nächsten Usability Dinner wieder mit dabei sein wollen. Viele Teilnehmer waren außerdem verblüfft, wie viel Feedback sie auch zu einer kleinen App erhalten können.

Viele derjenigen, die nur als Testperson vor Ort waren, haben angekündigt, beim nächsten Mal auch mit einer eigener Anwendung teilnehmen zu wollen. Was wollen wir mehr?!

Wird es weitere Usability Dinner geben?

Auf jeden Fall! Da das Usability Dinner so gut angekommen ist, sind wir bereits in der Planung für weitere Events, auch in anderen Städten. Sobald es konkrete Termine gibt, erfahrt ihr es über unsere Social Media Kanäle, schaut auf unsere Event-Seite, die alle aktuellen Termine zusammenfasst oder meldet euch einfach direkt hier an, so dass wir euch persönlich informieren können, sobald der nächste Termin feststeht.

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Über den Autor

Sandra Schering leitet den Bereich Usability Engineering bei der itemis AG. Zudem unterstützt und berät sie Kunden bei der Einführung, Planung und Durchführung von Usability-Maßnahmen in Softwareentwicklungsprozessen und ist verantwortlich für die Usability von YAKINDU Traceability.